Montag 17 Dezember 2018

Praxislernen – erste Begegnung mit der Arbeitswelt

Meriam sitzt mit den 2- bis 3-jährigen Kindern der Kita Eichhörnchen am Frühstückstisch und bereitet schon das Obst für einen gesunden Snack am Vormittag vor. Die Kleinen kennen sie, kommen vertrauensvoll zu ihr, stellen Fragen oder wollen Neuigkeiten loswerden und Meriam redet freundlich und geduldig mit ihnen. Ihre Betreuerin dort ist die Erzieherin, Frau Buchmann. Seit drei Wochen ist die Neuntklässlerin der Alexander-Puschkin-Oberschule jeden Freitag bei ihnen – es ist ihr Praxislerntag. 

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Rudger und Pierre hingegen sind fleißig dabei, im Fitness-Studio „Clever Fit“ sauberzumachen – Staubsaugen und Geräte putzen sind sicher nicht ihre Lieblingsbeschäftigungen, aber sie haben an ihren bisherigen Praxislerntagen schon erfahren, dass auch das zur Tätigkeit eines Sport- und Fitnesskaufmanns dazu gehört. Also geben sie sich Mühe, alles ordentlich zu erledigen.

Das ist das Ziel dieser neuen Form des Unterrichts für zwei 9. Klassen der Schule: sie sollen praktische Tätigkeiten in realen Lebens- und Arbeitssituationen an einem außerschulischen Ort, also in Betrieben und Unternehmen, ausüben und für eine Ausbildung motiviert und auf diese vorbereitet werden. 52 Schülerinnen und Schüler erleben so die Arbeitswelt an einem Tag in der Woche hautnah – in Kitas, Bauunternehmen, Supermärkten, Restaurants, Einrichtungen der Altenpflege oder in der Landwirtschaft. Die Praktikumsplätze konnten sie sich selbst suchen oder wurden ihnen von der Schule vermittelt. Das ist für sie eine völlig neue Erfahrung, aber die letzten Wochen haben gezeigt, dass sie langsam Gefallen daran finden, und auch die Betreuer, die jeder Schüler in seinem Betrieb hat, sehen das Praxislernen, das über einen Zeitraum von zwei Jahren bis zum Abschluss der 10. Klasse möglichst im gleichen Unternehmen stattfinden soll, sehr positiv.

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Im Idealfall macht ein Schüler nach der 10. Klasse in seinem Praxislernbetrieb auch gleich seine Ausbildung, zumindest hat er oder sie dann eine genauere Vorstellung davon, weiß mehr über seine eigenen Stärken, Fähigkeiten und Interessen. Alle 3-4 Wochen sind die Schülerinnen und Schüler dann an einem Freitag in der Schule, wo die Betreuungslehrerinnen Fau Könze und Frau Paneque Marrero die vergangenen Wochen auswerten und Praxislern-Aufgaben ausgeben, die langfristig erledigt werden müssen und für verschiedene Unterrichtsfächer bewertet werden.

Meriam, Rudger und Pierre gehen am Ende ihres Arbeitstages zufrieden nach Hause: „Es ist zwar alles anders als in der Schule und auch manchmal anstrengend, aber wir finden das Praxislernen gut.“

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Oberschule Alexander Puschkin

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